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12.12.2016, 14:26 Uhr
Es gibt viel zu tun, packen wir’s an!
Kultusministerin spricht sich für das dreigliedrige Schulsystem aus und will „erfolglose Methodik“ beenden.
Es gibt viel zu tun, packen wir’s an. Fokussiert, zielstrebig und klar in ihren Aussagen präsentierte sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann beim Kreisparteitag in Döggingen und punktete so bei den Mitgliedern. Sie kündigte in der Gauchachhalle Änderungen in der Bildungspolitik an und stellte unter dem Applaus der Mitglieder klar: „Wir haben nicht vor, Gemeinschaftsschulen mit nachweislichem Erfolg zu schließen, doch das Zwei-Säulen- Modell hat ausgedient.“ Informationen aus Europa, Berlin und Stuttgart gab es aus erster Hand von den Abgeordneten MdEP Andreas Schwab, MdB Thorsten Frei, MdB Kordula Kovac und MdL Karl Rombach. Der Kreisvorsitzende Andreas Schwab eröffnete den Parteitag, hieß die Hauptrednerin willkommen und erteilte ihr auch zügig das Wort. Susanne Eisenmann hob die Vorteile des dreigliedrigen Schulsystems hervor und kündigte eine Stärkung der Realschulen an. Hier sollen neue Lehrerstellen geschaffen werden. Mehr Anerkennung von nicht-akademischen Berufen in der Gesellschaft verspricht sich die Ministerin durch die Aufwertung der einstigen Hauptschulen. Als beängstigend bezeichnete sie die bei der jungen Generation zunehmende Schwäche beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Der Wegfall der Grundschulempfehlung sei ein gravierender Fehler gewesen. Hier wolle sie sich für eine Wiederbelebung einsetzen. „Der Elternwille und die Partnerschaft mit den Eltern ist für uns von zentraler Bedeutung.“ Um wieder zu einer verlässlichen, vielfältigen und erfolgreichen Schulbildung zu gelangen, sagte Susanne Eisenmann ein Ende der „erfolglosen Methodik“ voraus, beispielsweise bei der Rechtschreibung nach Gehör, mit der sich Schulanfänger zwei Jahre zu beschäftigen hätten. Die Kultusministerin sicherte den Ausbau der Ganztagesangebote bei gleichzeitiger Wahlmöglichkeit für die Eltern zu, die ihre Kinder bevorzugt in der Halbtags- oder verlässlichen Ganztagesschule sehen. Zu weiteren Herausforderungen zähle die Integration von Flüchtlingen. Diese könne nur erfolgreich gestaltet werden, wenn diese die deutsche Sprache lernen und die Option gleichwertiger Bildungsmöglichkeiten bestünde. Im Anschluss nutzten viele CDU-Mitglieder die Gelegenheit Fragen an die Ministerin zu stellen. Ein Klassenzimmer in Schokolade gegossen erhielt Susanne Eisenmann als Dankeschön vom Kreisvorsitzenden Andreas Schwab. Weniger Bürokratie, mehr Solidarität und eine Konzentration auf die großen Fragen in Europa, das forderte der Kreisvorsitzende und EU-Abgeordnete Andreas Schwab in seinem Bericht. Beim Thema Flüchtlinge habe Akzeptanz der EU in der europäischen Bevölkerung gelitten und die Situation sei schwierig. „Wenn es nicht gelingt, dass alle 28 Mitgliedsstaaten bei der Problembewältigung an einem Strang ziehen, müssen wir uns mal ganz genau anschauen, wie wir es mit der Finanzierung einzelner Mitgliedsländer halten.“ Eines sei klar: Solidarität könne keine Einbahnstraße sein und man erwarte von allen, dass man sich an Lösungen adäquat beteilige. Schwab streifte auch den Brexit und betonte: „Wer die Grundfreiheiten Europas nicht mehr mittragen will, der kann auch nicht von einem europäischen Binnenmarkt profitieren.“ „Es ist eine gute Nachricht für Deutschland, dass Angela Merkel als Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidatin zur Verfügung steht. Das spricht für Stabilität und vernünftige Strukturen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei. Hohe Steuereinnahmen und eine gute wirtschaftliche Lage des Landes mache auch die Umsetzung vieler Verkehrsprojekte im Kreis möglich. Ein großer Erfolg sei, dass die Gäubahn mit 550 Millionen Euro hinterlegt werde und für eine ausgezeichnete Anbindung des Kreises an die Schiene sorge. Die Bildungspolitik sei das Zukunftsthema, vor Herausforderungen stehe man beim demografischen Wandel, den Migrationsströmen oder der Digitalisierung. „Wir als CDU können die Zukunft und den Wahlkampf erfolgreich gestalten, wenn wir nicht nur mit nackten Zahlen argumentieren, sondern die Antworten auf die großen Fragen der Zeit liefern und die Menschen dort wo sie stehen, auch mit ihren unterschiedlichen Bewertungen, mitnehmen.“ Auch die Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac begrüßte die erneute Kandidatur Angela Merkels. Kovac forderte die CDU zum vollen Einsatz für die Bundestagswahl auf und appellierte: „Wir müssen die Themen des ländlichen Raumes anpacken und für die Landwirte und Hebammen kämpfen.“ Karl Rombach machte deutlich, dass man bereits nach sechs Monaten grün-schwarzer Regierung in Stuttgart die Handschrift der CDU deutlich erkenne. Dies beispielsweise durch das Engagement der Ministerin Susanne Eisenmann in der Bildungspolitik, durch mehr Sicherheit für die Polizisten mit den Bodycams und bislang 300 neuen Polizeistellen, aber auch beim Jagdgesetz und der Aufstockung von Stellen bei den Grundbuchämtern. Grußworte sprach auch Bräunlingens Bürgermeister Jürgen Guse. Für zwei Jahre und allesamt im ersten Wahlgang wählte die Versammlung 20 Delegierte für die Bezirks-, sechs Delegierte für die Landes-, und drei Delegierte für die Bundesparteitage.