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06.02.2016, 11:16 Uhr
Bildungspolitisches Gespräch mit Volker Schebesta MdL und Karl Rombach MdL

Radikale Umbrüche in der Bildungspolitik des Landes würde es bei einer Regierungsübernahme durch die CDU nicht geben, wohl aber einige wichtige Änderungen im Detail. Dies machte Volker Schebesta, Landtagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Offenburg, bei einer Veranstaltung des Landtagsabgeordneten Karl Rombach zusammen mit dem CDU-Stadtverband klar.

Die Bildungspolitik wird bei der Landtagswahl am 13. März 2016 neben der Flüchtlingspolitik wahlentscheidend sein, stellte der Stadtverbandsvorsitzende Klaus Martin bei der Begrüßung von rund 60 Zuhörern fest. Der Landtagsabgeordnete und erneute Kandidat Karl Rombach betonte sein Engagement für die Schulpolitik in den vergangenen zehn Jahren. Um aber einen ausgesprochenen Fachmann für diese Thematik als Gesprächspartner in den Wahlkreis zu holen, hatte er Volker Schebesta, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, eingeladen.

Volker Schebesta stellte die drei wichtigsten Punkte im Wahlprogramm der CDU vor: Erhalt der Qualität der Arbeit in den Schulen, Erhalt einer vielfältigen Bildungslandschaft und die Feststellung „auf die Lehrer kommt es an“. Letztere Erkenntnis gibt es eigentlich schon aus mehreren internationalen Studien, aber auch die neueste Studie über Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg, Lieblingskind der grün-roten Landesregierung, belegt das wieder.

Da diese Studie auch zu Tage brachte, dass Gemeinschaftsschulen gerade den schwächsten Schüler nicht gerecht werde, wird die CDU bei ihrer Regierungsübernahme aus diesen beiden Erkenntnissen Konsequenzen ziehen. Manwirdzwar keine neuen Gemeinschaftsschulen genehmigen, aber um die ganze Schullandschaft nicht wieder in große Unruhe zu bringen, die bestehenden Gemeinschaftsschulen erhalten. Hier soll dann zumindest in höheren Klassen eine Leistungsdifferenzierung eingeführt werden, um Schüler aller Leistungsstufen zu fördern. Diese Differenzierung soll es auch ab der siebten Klasse in Realschulen geben, um getrennt zum Hauptschul- und Realschulabschluss zu führen. Die Qualität der Schulbildung will man erhalten, indem man keine Abstriche bei den Anforderungen zu den verschiedenen Schulabschlüssen zulassen wird.

Wie schon immer unter CDU-geführten Landesregierungen mit einem differenzierten Schulsystem gilt weiterhin „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Unser berufliches Schulsystem findet international Anerkennung und die Realschule, häufig Zubringer für berufliche Schulen, ist geradezu eine Schule des sozialen Aufstiegs.

Den Gymnasien als eigenständige Schulen soll die Wahlfreiheit für eine acht- oder neunjährige Schulzeit gegeben werden. Obwohl es keine erkennbaren Defizite beim achtjährigen Gymnasium gibt, komme man damit den Elternwünschen nach. Auch die Wirtschaft, die einst vehement eine kürzere Schulzeit gefordert hat, beklagt jetzt, dass ihnen die Berufsanfänger zu jung seien.

Bei den Grundschulen ist man im Einklang mit den Kommunen als Schulträger bemüht, dem Anspruch „Kurze Beine, kurze Wege“ weiterhin gerecht zu werden.

Die lebhafte Diskussion offenbarte, dass viele Lehrkräfte und sehr engagierte Eltern unter den Zuhörern waren. Die angesprochenen Themen reichten vom Beamtenstatus für Lehrer über Ganztagsschulen bis zu Inklusion und dem Bildungsplan. Bei Letzterem antwortete der Referent Schebesta auf eine Frage nach der übertriebenen Bedeutung, die die jetzige Regierung dem Entwurf unterschiedlichster Lebensformen hat zukommen lassen, dass man das Thema der Akzeptanz dieser Lebensformen auf altersgerechte Fragen entschärfen wird.