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13.06.2018, 14:08 Uhr
Thorsten Frei berichtet Schülern der St. Georgener Robert-Gerwig-Schule hautnah von seiner Arbeit in Berlin
Das Ende des Schuljahres führte 15 Schülerinnen und Schüler der Robert-Gerwig-Schule aus St. Georgen zu einer ganz besonderen Abschlussfahrt nach Berlin.
Auf dem bunten Programm der Neuntklässler standen unter anderem eine dreistündigen Erlebnis-Radtour entlang der „Berliner Mauer“, eine Besichtigung im Brauereimuseum der „Kulturbrauerei“ oder auch ein Abstecher in das ehemalige KZ Sachenhausen außerhalb Berlins. Die Gäste aus dem Schwarzwald ließen es sich aber auch nicht nehmen, im Bundestag an die Tür von Thorsten Frei zu klopfen, um über die Bundespolitik und seine Arbeit im Parlament mit ihm ins Gespräch zu kommen.
Zum Auftakt berichtete Thorsten Frei von der „Zweiteilung seiner parlamentarischen Arbeit“ in Wahlkreis- und Bundestagswochen. „Im Durchschnitt bin ich jede zweite Woche in Berlin.“ In der Folge erklärte er den Schülern den Ablauf einer typischen Sitzungswoche im Bundestag, die üblicherweise nach ein und demselben eng getakteten Schema ablaufen. Für ihn bedeutet dies „Unterausschuss- und Landesgruppensitzungen am Montag, verschiedene fraktionsinterne Arbeitsgruppen und das Zusammentreffen der gesamten CDU/CSU-Fraktion mit den Bundesministern der Union und Angela Merkel als Bundeskanzlerin am Dienstag, Auswärtiger Ausschuss und Europaausschuss am Mittwoch sowie zahlreiche Debatten im Reichstag am Donnerstag und Freitag.“
Mit Blick auf aktuelle Themen stünden im Moment die Entwicklungen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie die EU-Asylpolitik absolut im Fokus, weshalb die „heutige Fraktionssitzung wohl auch länger dauern werde als üblich.“ Aber auch die Haushaltsberatungen für das kommende Jahr sind voll im Gange, so Frei weiter. In Deutschland nehmen wir seit einigen Jahren mehr Geld ein, als wir ausgeben. Somit tilgt Deutschland Schulden. „Das ist ein hervorragendes Signal an Euch und an die Folgegenerationen.“
Die Schüler wollten in der weiteren Diskussion unter anderem von ihrem Abgeordneten wissen, was er von Jugendgemeinderäten hielte? Aus seiner Sicht sei es „extrem wichtig, dass sich junge Menschen mit ihrer Lebenssicht in politische Prozesse einbringen. Gerade auch in unserer alternden Gesellschaft.“ Deshalb findet Frei die Arbeit von Jugendgemeinderäten wie in St. Georgen „großartig“. „Leider ist aber das Interesse junger Menschen an Politik in den vergangenen 25 Jahren spürbar gesunken. Es wird immer schwieriger, Interesse zu wecken“, kommentiert er seine Erfahrungen im Zusammenhang mit der Nachwuchsgewinnung in der Politik. Wie man junge Menschen für Politik interessieren kann, sei demzufolge im Moment auch in seiner Aufgabe als CDU-Kreisvorsitzender eine der am schwierigsten zu beantwortenden Fragen.
Auf die Frage „Wann lesen sie sich das notwendige Wissen an?“ entgegnete Frei: „Permanent. Da hilft zum Glück auch die moderne Technik. Aber vieles ist heute sehr schnelllebig, so dass man immer am Puls der Zeit sein muss. Man liest im Flieger, der Bahn oder auch in Sitzungen. Außerdem spreche ich permanent mit Menschen, die mit meinen Themen in der Politik beschäftigt sind. Ich werde somit mit jedem Termin ein Stück klüger.“
In Bezug auf den von den Schülern thematisierten, allgegenwärtigen Schmutz in den Straßen von Berlin erzählte Thorsten Frei von einer Dienstreise mit dem ehemaligen Bundesaußenminister Steinmeier nach Indien. „Als ich nach dem Rückflug wieder in Tegel gelandet bin, dachte ich nur, wie alt die Menschen in Deutschland im Schnitt doch sind, wie wenige Menschen bei uns leben, dass es so fantastisch leise und sauber ist.“ Für ihn ist dies ein typisches Beispiel dafür wie relativ vieles, insbesondere auch vieles in der Politik doch sei.